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Das Leben ist ein Fluss, ständig in Bewegung - Leben ohne Veränderung ist nicht denkbar.

Leben und Sterben gehören zusammen wie der Tag und die Nacht -  eines bedingt das andere. Wer den Tod fürchtet, kann das Leben nicht geniessen. Unserem wahren Wesen entsprechend sind wir frei; sehr oft jedoch lassen wir uns gefangen halten von Angst. Die Einschränkungen beginnen sich zu lösen, sobald wir dies erkennen. Das Ende des Lebens verliert seinen Schrecken und wird als sinnvoller Teil erkannt. Denn die Zeit bleibt nicht stehen und der Fluss kehrt seinen Lauf nicht um.

Polarität spielt im Leben eine zentrale Rolle, es wäre ohne sie gar nicht möglich. Wir stehen permanent in der Spannung zwischen verschiedenen Möglichkeiten, die wir dank unseres Bewusstseins erkennen. So treffen wir Entscheidungen und bestimmen damit den weiteren Fluss unseres Daseins. Gäbe es die Polarität nicht, käme das Leben zum Stillstand und würde erlöschen, denn die Aufhebung der Spannung bedeutet das Ende des materiellen Lebens. 'Alles fliesst.' In unserer Zeit verändert sich vieles und was uns früher Sicherheit vermittelt hat, trägt heute nicht mehr. Zunächst versucht der Mensch, neue Stabilität ausserhalb seiner Selbst zu finden, etwa im Beruf, in Beziehungen oder durch materielle Absicherung. Da jedoch alles, was greifbar, auch vergänglich ist, wird er früher oder später enttäuscht. Die einzige Grundlage der Existenz, die nicht verloren gehen kann, ist das Leben selbst. Wer dies selbst erfahren hat, kann den kleinen und grossen Veränderungen im Leben vermehrt mit Gelassenheit entgegen treten.

Angebot

  • Begleitung von Kranken und Sterbenden
  • Beratung für Angehörige
  • Vorträge, Seminare zum Thema Sterben

Leben

Leben ist ständiger Austausch, bedeutet Nehmen und Geben. Sind diese im Gleichgewicht, entsteht Harmonie.

Wie ein Kelch: Er kann nur aufnehmen, wenn er leer ist. Sonst überläuft er, nutzlos. So auch der Mensch: hält er fest, sind seine Hände gebunden - er kann nicht teilnehmen am Austausch mit anderen. Häuft er an, ohne den Reichtum zu nutzen, verpasst er den Sinn und seine Erfüllung. Nichts wird angenommen und für immer behalten, denn im Nehmen ist das Weitergeben bereits als Samen enthalten. Fürchten wir uns vor dem Verlust, können wir die Gabe nicht schätzen. Stimmen wir jedoch dem Unausweichlichen zu, sind wir im Einklang und geniessen, solange es gemäss ist.

Der Lauf des Lebens: was geschaffen, wird vergehen, was geboren, wird sterben. Obwohl auch wir ein Teil des Lebens sind, wehren wir uns oft dagegen und wenden uns so gegen unsere eigene Natur. Die Freiheit liegt im Akzeptieren der unveränderlichen Grenzen und im Nutzen der darin verborgenen Möglichkeiten. Wenn wir im Leben erfahren haben, wie befreiend Loslassen ist und wie erfüllend, wird uns das Loslassen des körperlichen Lebens leichter fallen. Im Zurückschauen sehen wir den Verlust; um der Chance begegnen zu können, müssen wir nach vorne schauen.

Das Leben erhält seine Bedeutung erst durch die Endlichkeit, durch den Tod. So wie ein Gefäss erst durch seine äussere Hülle, seine Wand nützlich wird. Würden wir für immer leben, wären unsere Taten kaum relevant: Kein Grund spräche dafür, eine Tat heute durchzuführen und nicht morgen, da in der Ewigkeit genug Zeit wäre. Es gäbe keine Verpflichtungen und keine Verantwortung. Doch sind es gerade diese, die den Menschen herausfordern, ihn zur Handlung zwingen und ihn wachsen lassen. Durch die Vergänglichkeit wird die Tat zur Leistung.

Das Leben wird durch den Tod begrenzt und erhält dadurch seinen Sinn.

Vergänglichkeit und Tod

Der Tod ist ein Tor; da wir nur eine Seite kennen, fürchten wir uns vor dem Unbekannten.

Angst entsteht aus Unwissenheit. Im Alltag orientieren wir uns meist an äusseren, sichtbaren Dingen; so erstaunt es nicht, wenn wir beim Anblick eines toten Körpers interpretieren, der Mensch sei gestorben.  Aber sowohl während des irdischen Lebens als auch danach ist der Mensch mehr als sein Körper. Der Mensch ist ein geistiges Wesen und als solches unsterblich - um seine Erfahrungen in dieser Welt zu machen, besitzt er für eine bestimmte Zeit einen Körper, eine äussere Hülle. Der Tod ist dem Traumzustand ähnlich: das Bewusstsein bleibt erhalten, wir haben Gefühle und Gedanken, die allerdings nicht an den Körper gebunden sind. Der Körper wird abgelegt, wie ein Kleid - für eine Nacht oder für immer.

Das Leben erhält seine Bedeutung erst durch die Endlichkeit, durch den Tod. Würden wir für immer leben, wären unsere Taten kaum relevant: Kein Grund spräche dafür, eine Tat heute durchzuführen und nicht morgen, da in der Ewigkeit genug Zeit wäre. Es gäbe keine Verpflichtungen und keine Verantwortung. Doch sind es gerade diese, die den Menschen herausfordern, ihn zur Handlung zwingen und ihn wachsen lassen. Durch die Vergänglichkeit wird die Tat zur Leistung.

Niemand kann sich vorstellen, tot zu sein: Leere, Dunkelheit und Stille assoziieren wir damit, aber der Tod ist nicht erlebbar. Keine Religion, keine mystische Richtung spricht von einem definitiven Ende. Alle gehen davon aus, dass die Seele des Menschen unabhängig vom Körper existieren kann und ihr Ich-Bewusstsein erhalten bleibt. Auch wenn es sich nicht medizinisch beweisen lässt: Berichte von klinisch toten Menschen bezeugen ein Weiterleben nach dem Tod. Viele dieser Erfahrungen sind einander in den Grundzügen sehr ähnlich.

Während der Mensch als geistiges Wesen ohne Anfang und ohne Ende existiert, kennt der Körper Geburt und Tod. Alles was geboren wurde, wird sterben, alles Sichtbare ist vergänglich. Sich gegen diese Tatsache aufzulehnen oder sie zu verleugnen heisst, das Leben, wie es ist, zu verneinen. Erst wenn wir das Leben als Ganzes, mit seinem Werden und Vergehen, bejahen, können wir frei leben.

Nur wer sterben und loslassen kann, vermag wirklich zu leben.

Trauer

Das Herz nimmt Abschied und erkennt, was bleibt.

Auch wenn wir wissen, dass der Körper vergänglich und der Tod unausweichlich ist, auch wenn wir uns unserer geistigen Natur und der seelischen Unsterblichkeit bewusst sind - im Moment des Abschiedes überkommen uns Trauer und Schmerz. Es ist wichtig, dem Trauerprozess den nötigen Raum zu geben; nur so können wir bewusst die Kraft glücklicher Stunden mitnehmen und erlittene Verletzungen zurücklassen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Sterbenden, mit dem Tod allgemein, mit unserem Leben, kann uns dabei unterstützen.

Im Abschied-Nehmen ist es, als ob ein Teil von uns sterben würde. Wieder begegnen wir der Teilung von innen und aussen: Was sichtbar ist, wird vergehen; bestehen bleibt das Unantastbare. Was ist unser Besitz? Nur, was wir im Herzen tragen - und dieses können wir nicht verlieren. So erleben wir oft über den Tod eines uns nahen Menschen eine Verbindung zu ihm; Liebe, Achtung, auch unangenehme Gefühle, bleiben erlebbar. Das Herz überwindet die Mauer, als die der Tod uns erscheint. 

Leid entsteht durch Identifikation mit dem Vergänglichen. Wenn es uns gelingt, noch während des irdischen Lebens das Unvergängliche im anderen zu sehen, erleichtern wir uns und ihm das Abschied-Nehmen.

Im Körper gibt es keine Beständigkeit, im Geist gibt es keine Trennung.

Trauer-Arbeit

Trauerarbeit bedeutet, den Verlust im fortlaufenden Leben zu integrieren.

Viele Menschen glauben, nach erfolgter Trauerarbeit würden die schmerzhaften Gefühle verschwinden. Oft höre ich KlientInnen sagen: 'Ich dachte, den Tod meiner Mutter verarbeitet zu haben. Aber kürzlich wurde ich beim Anblick ihres Bildes von Gefühlen erschüttert.' Hier besteht ein grosses, häufig auch schmerzendes Missverständnis. Zurückbleibende setzen sich selbst oder lassen sich unter Druck setzen, 'endlich' mit den dummen (schmerzhaften) Gefühlen aufzuhören. So funktioniert der Mensch aber nicht. Wenn wir einen schweren Verlust erleiden, tragen wir Wunden davon und diese werden immer wieder weh tun. Wenn dies akzeptiert wird, kommt mehr Frieden ins Leben.

Was bedeutet denn aber Trauerarbeit, wenn nicht Abwesenheit von Schmerz? Es meint im Gegenteil, dass erstens der Grossteils des Schmerzes durchlebt wird. Betroffene schauen sich die Vergangenheit an (nur das Wichtigste) und erlauben sich, den Schmerz zu fühlen. Dies ist in der Beratung oder in einer Gruppe oft einfacher, als alleine. Diese Phase des Trauerprozesses kann je nach dem Tage, Wochen oder Monate (selten) dauern. Zweitens wird akzeptiert, dass Trauer eine Begleiterin für den Rest des Lebens sein wird. Taucht sie wieder auf, wird sie wie eine alte Freundin begrüsst und willkommen geheissen. Dadurch wird sie integriert. Diese Phase klingt theoretisch einfach, ist aber praktisch harte Arbeit. Dafür winkt als Belohnung quasi ein Zustand der inneren Ausgeglichenheit und die Fähigkeit, die ganze Skala menschlicher Gefühle zu erleben.

Eine abgeschlossene Trauerarbeit zeigt sich in der Fähigkeit, mit der Vergangenheit in Frieden zu leben und dadurch offen zu sein für die Gegenwart und Zukunft.

Gerne unterstützen wir Sie bei diesem Prozess.

Rolf Victor Heim

Dr. med.

beruflicher Werdegang, Spezialisierung
Nach dem Medizinstudium arbeitete Rolf Heim als Abteilungsarzt in psychiatrischen Kliniken, bevor er im Frühling 2000 zum Institut für Arbeitsmedizin, Baden, wechselte. Dortige Haupttätigkeitsbereiche: Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung, Schulungen, Beratung, Coaching und Therapie. Seit Juli 2010 selbständige Praxistätigkeit in Holderbank AG. Seit 22 Jahren unterrichtet er Yoga und Meditation. 1998 - 2007 dozierte er in Psychosomatik und Psychologie für komplementär-medizinische TherapeutInnen.

Aus- und Weiterbildungen

  • Medizinstudium
  • hypno-systemische Therapie und Beratung
  • Existenzanalyse & Logotherapie
  • systemische Familientherapie
  • Focusing und Gesprächspsychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Hypnose & Entspannungsmethoden
  • spirituelle Psychotherapie
  • Yoga und Meditation nach S. Yesudian und E. Haich

Kontakt: rolf.heim@praxisholderbank.ch

 

Unsere Adresse

Praxis für psychische Gesundheit
Eichhaldenweg 17
CH-5113 Holderbank AG

T: +41 79 776 09 75
E: rolf.heim@praxisholderbank.ch 

  • Parkplätze an der Strasse vor dem Haus (Fahrtrichtung aufwärts -> rechts) oder in Garageneinfahrt, wenn frei.

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