Tod und Trauer

Das Herz nimmt Abschied und erkennt, was bleibt.

Auch wenn wir wissen, dass der Körper vergänglich und der Tod unausweichlich ist, auch wenn wir uns unserer geistigen Natur und der seelischen Unsterblichkeit bewusst sind - im Moment des Abschiedes überkommen uns Trauer und Schmerz. Es ist wichtig, dem Trauerprozess den nötigen Raum zu geben; nur so können wir bewusst die Kraft glücklicher Stunden mitnehmen und erlittene Verletzungen zurücklassen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Sterbenden, mit dem Tod allgemein, mit unserem Leben, kann uns dabei unterstützen.

Im Abschied-Nehmen ist es, als ob ein Teil von uns sterben würde. Wieder begegnen wir der Teilung von innen und aussen: Was sichtbar ist, wird vergehen; bestehen bleibt das Unantastbare. Was ist unser Besitz? Nur, was wir im Herzen tragen - und dieses können wir nicht verlieren. So erleben wir oft über den Tod eines uns nahen Menschen eine Verbindung zu ihm; Liebe, Achtung, auch unangenehme Gefühle, bleiben erlebbar. Das Herz überwindet die Mauer, als die der Tod uns erscheint. 

Leid entsteht durch Identifikation mit dem Vergänglichen. Wenn es uns gelingt, noch während des irdischen Lebens das Unvergängliche im anderen zu sehen, erleichtern wir uns und ihm das Abschied-Nehmen.