Leben in ständigem Austausch

Leben bedeutet Nehmen und Geben; sind diese im Gleichgewicht, entsteht Harmonie. Wie ein Kelch: Er kann nur aufnehmen, wenn er leer ist. Sonst überläuft er, nutzlos. So auch der Mensch: hält er fest, sind seine Hände gebunden - er kann nicht teilnehmen am Austausch mit anderen. Häuft er an, ohne den Reichtum zu nutzen, verpasst er den Sinn und seine Erfüllung. Nichts wird angenommen und für immer behalten, denn im Nehmen ist das Weitergeben bereits als Samen enthalten. Fürchten wir uns vor dem Verlust, können wir die Gabe nicht schätzen. Stimmen wir jedoch dem Unausweichlichen zu, sind wir im Einklang und geniessen, solange es gemäss ist.

Sterben heisst zurückblicken und loslassen

Der Lauf des Lebens: was geschaffen, wird vergehen, was geboren, wird sterben. Obwohl auch wir ein Teil des Lebens sind, wehren wir unsegft dagegen und wenden uns so gegen unsere eigene Natur. Die Freiheit liegt im Akzeptieren der unveränderlichen Grenzen und im Nutzen der darin verborgenen Möglichkeiten. Wenn wir im Leben erfahren haben, wie befreiend Loslassen ist und wie erfüllend, wird uns das Loslassen des körperlichen Lebens leichter fallen. Im Zurückschauen sehen wir den Verlust; um der Chance begegnen zu können, müssen wir nach vorne schauen.

Im Körper gibt es keine Beständigkeit, im Geist gibt es keine Trennung.